die passende Rechtsform für Ihr Unternehmen

 

Wenn Gründer zu uns kommen, dann steht nach Klärung der Geschäftsidee rel. schnell die Frage im Raum. welche Rechtsform denn das neue Unternehmen bekommen soll. Die folgende kurze Liste gibt Ihnen einen Überblick samt persönlicher Einschätzung über die gängigsten Rechtsformen, die Sie in Deutschland wählen dürfen:

 

Die Einzelunternehmung:

Franz Beckenbauer würden sagen "we call it a Klassiker". Diese Rechtsform greift für die Mehrheit aller Gründer. Sie ist günstig in der Gründung, einfach in der Erstellung und flexibel in der Führung. Mit ca. 25,00 Euro für die Kosten der Gewerbeanmeldung haben Sie den schwersten teil eigentlich schon hinter sich. Nachteil ist sicher die voll umfängliche Haftung (ja, auch mit Ihrem Privatvermögen), die leider nicht beschränkt werden kann. 

 

Die GmbH:

Auch ein Klassiker, jedoch mit deutlich höherem Gründungsaufwand verbunden, dafür jedoch mit der beschränkten Haftung in Höhe von mindestens 25.000,00 Euro. Für den gesamten Gründungsakt sollten Sie mindestens 1.500,00 Euro bereit halten, da Notar und Amtsgericht hier tätig werden müssen. Die GmbH ist, anders als die einfache Einzelunternehmung, auch gleich eine "Firma" - also der Name des Unternehmens, mit dem Sie am Markt tätig sind. 

Die Haftung ist bei der GmbH auf 25.000,00 beschränkt, es sei denn, Sie haben im Rahmen eines Kreditvertrages dem Darlehensgeber zugesichert, dass Sie auch mit Ihrem Privatvermögen haften (das geschieht häufiger als Sie vlt. vermuten).

 

Die Unternehmergesellschaft (UG):

Gerne wird die UG als Mini GmbH oder 1 € GmbH bezeichnet, da man tatsächlich mit einem (1) Euro Haftung diese kleine Kapitalgesellschaft, die ansonsten wie eine GmbH funktioniert, gründen kann. Bitte verwechseln Sie den Haftungs-Euro nicht mit den Gründungskosten. Die UG ist zwar zur Gründung günstiger als ihre große Schwester (GmbH), jedoch sollten Sie hier mindestens 300,00 - 400,00 Euro parat haben, um den Gründungsakt zu vollziehen. Haben Sie in der UG mehr als einen Gesellschafter, dann wird die Gründung gerne noch kostenintensiver, da dann das. sog. Musterprotokoll zur Gründung keine Anwendung mehr findet.

 

Die GbR:

Sollten Sie mit mehreren Personen ein Unternehmen gründen wollen, dann geht das nicht mehr in der Form der Einzelunternehmung (da max. 1 Inhaber). Die GbR kommt dann oft in Betracht, wobei diese Rechtsform nach unserer Einschätzung die gefährlichste Form der Gründung darstellt und leider nur sehr selten langfristig bestand hat. Warum? Ganz einfach - weil Sie in der GbR, genau wie in einer Ehe, sehr viele Kompromisse eingehen müssen. Sie können niemals allein entscheiden, haften aber grundsätzlich für die Fehler Ihres Partners voll (auch wieder mit Privatvermögen). Die GbR will wirklich gut überlegt und abgewogen sein, oftmals gibt es bessere Alternativen im reichhaltigen Pool der Rechtsformen.

 

Weitere Rechtsformen:

Bei den Personengesellschaften gibt es noch die stille Gesellschaft, die oHG sowie die KG. Weitere Kapitalgesellschaften sind z. B. die AG, die KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien) oder auch die eG (eingetragene Genossenschaft). Diese Rechtsformen werden eher selten zur Gründung gewählt, so dass wir hier gerne auf die passenden Wikipedia Einträge verweisen möchten.